Home Assistant kann unendlich viel – aber wenn es um die Darstellung kompletter Technischer Anlagen geht, endet Lovelace schnell bei Karten nebeneinander. Die GLT Flow Card schließt genau diese Lücke: eine frei konfigurierbare GLT-/BMS-Visualisierung im Profi-Look, direkt in Home Assistant – mit animierten Medienströmen, Drag-&-Drop-Designer, Replay-Modus und einer Symbolbibliothek, wie man sie sonst nur aus Gebäudeleittechnik-Software kennt.
GLT steht für Gebäudeleittechnik – im englischen Sprachraum BMS (Building Management System) oder SCADA genannt. Die Karte spricht beide Welten: deutsches Anlagenbau-Vokabular auf internationalen BMS/SCADA-Visualisierungen.

Was die GLT Flow Card ausmacht
Im Kern verbindet die Karte ein professionelles Anlagenschema mit deinen Live-Entitäten aus Home Assistant. Pumpen, 2/3-Wege-Ventile, Mischer, hydraulische Weichen, Heizstäbe, Speicher, Wärmetauscher, Sensoren – alles frei platzierbar, alles live:
- Animierte Medienströme für Heizung, Kühlung, Warmwasser, Solekreise, Lüftung und elektrische Leistung – fließt gerade was, siehst du es
- Werte an exakter Anlagenposition – Vorlauftemperatur direkt am Ventil, nicht in einer Kartenliste daneben
- Mehrere Ansichten pro Anlage: Anlagenschema, echtes Anlagenfoto, Grundrisse oder Detailansichten – dieselben Datenpunkte können in jeder Ansicht eine eigene Position haben
- Replay-Modus mit Zeitleiste über die Recorder-/Historie-Daten von Home Assistant: Was gestern 14 Uhr passiert ist, spielst du einfach zurück
- Trenddiagramme mit Mehrfachauswahl und eigene KPI-Kacheln (z. B. COP, Laufzeiten, Energie) aus beliebigen Entitäten oder Template-Sensoren
- Pan & Zoom per Maus, Touch und Pinch – auch auf dem Tablet an der Wand
- Light/Dark-Theme automatisch und komplett responsiv

Sechs Visualisierungssysteme – eine Konfiguration
Die Karte liefert mehrere fertige Visual-Presets mit – von „Neo 2030″ über „Clean/Operations“ bis „Classic SCADA“ und „P&ID Dark“. Die Anlage wird einmal konfiguriert und erscheint dann im gewählten Design – ohne dass du irgendwas doppelt baust. Für Kundanlagen heißt das: ein Look pro Kunde, ohne Mehraufwand.
Drag-&-Drop-Designer statt YAML-Frickeln
Anlagen werden im visuellen Designer aufgebaut: Geräte, Medienpfade, Datenpunkte und KPIs per Drag & Drop platzieren, verbinden, live testen. YAML bleibt für Fortgeschrittene verfügbar – der Designer exportiert sauber dorthin.

Über 250 Symbole mit Smart-Ports
Die Symbolbibliothek umfasst über 250 Varianten mit typisierten Anschlüssen (Smart Ports), hindernisbewusstem Routing und CAD-Werkzeugen. Medienpfade fügen sich sauber an die richtigen Anschlüsse – nicht irgendwo an den Geräterand.

GLT Engineering Platform 1.0: weit über eine Karte hinaus
Mit Version 1.0 wird aus der Visualisierung eine echte GLT-Engineering-Plattform auf Home-Assistant-Basis. Die Highlights:
- Komplettes Betriebszustandsmodell: Auto, Manual, Local, Remote, Fault, Warning, Locked, Interlock, Maintenance, Kommunikation/Stale/Invalid
- Gerätesteuerung mit serverseitiger Autorisierung über den Companion – steuerbare Anlagenobjekte öffnen Bedienfelder oder führen HA-Services aus
- Alarm-Lebenszyklus 2.0: Prioritäten/Klassen, Hysterese, Verzögerung, Quittierung mit Kommentar, Shelving, Verlauf, Benachrichtigungen und Eskalation – mit dokumentierten, konservativen Defaults
- Wochenpläne und Kalender, semantische Hierarchie (Standort → Gebäude → Etage → System → Gerät) und automatische Entity-Zuordnung
- Energie und Berichte: saubere Zählermodelle (Counter vs. Rate, nie ineinander umgerechnet), Abdeckung und Datenlücken werden immer mit ausgewiesen
- Simulationsmodus, der versagt, bevor er gefährlich wird: Während einer Simulation verweigert der Server Pflanzen-Schaltbefehle – nachvollziehbar im Audit-Log
- Inbetriebnahme-Diagnose: Read-only, mit Effects-Ledger und sauberer Registry-Provenance jeder Entity
- Mehrere Standorte und Remote-Sites, Plugin-SDK, Projekt-Diffs und
.gltproject-Bundles
Quick Start
Installation per HACS (Custom Repository, Kategorie Dashboard), dann als Karte ins Dashboard:
type: custom:glt-flow-card
title: Heizung
canvas:
width: 1600
height: 900
views:
- id: schematic
name: Anlagenschema
kind: schematic
- id: plant
name: Anlagenfoto
kind: image
background: /local/glt/heizraum.jpg
equipment:
- id: wp
type: heat_pump
name: Wärmepumpe
x: 120
y: 320
entity: switch.waermepumpe
state_entity: binary_sensor.wp_laeuft
fields:
- label: Vorlauf
entity: sensor.wp_vorlauf
- label: Rücklauf
entity: sensor.wp_ruecklauf
paths:
- id: vorlauf
medium: heating_supply
flow: binary_sensor.wp_laeuft
temperature: sensor.wp_vorlauf
points:
- [380, 370]
- [760, 370]
- [760, 220]
kpis:
- name: COP
icon: mdi:gauge
entity:
entity: sensor.wp_cop
decimals: 2
Die komplette Konfigurationsreferenz (Views, Equipment, Medienpfade, Datenpunkte, KPIs, Replay, Trends) mit weiteren Beispielen steht in der Projekt-Dokumentation auf GitHub.
Perfekt kombiniert mit den anderen Xerolux-Projekten
Die Karte entfaltet ihr volles Potenzial mit lokalen Datenquellen: Die IDM-Wärmepumpen-Integration liefert alle Register der Navigator-Regler nach Home Assistant, ModBridge stabilisiert dahinter die Modbus-Verbindungen – und die GLT Flow Card macht aus den Daten eine Anlagenvisualisierung, die sich nicht hinter kommerzieller Leittechnik verstecken muss.
Fazit
Mit der GLT Flow Card bekommst du professionelle Gebäudeleittechnik-Visualisierung in dein Smart Home – animiert, live, replay-fähig, mit Designer und einer Ernsthaftigkeit bei Alarms, Berichten und Sicherheit, die man in der Hobby-Szene sonst vergeblich sucht. Für alle, die ihre Heiz-, Pool- oder Lüftungsanlage verstehen und zeigen wollen, ist das die Karte.
Projekt unterstützen: Karte, Designer, Wiki und alle Downloads bleiben kostenlos. Ein ⭐ auf GitHub und die Weiterempfehlung helfen enorm; die Entwicklung lässt sich über GitHub Sponsors unterstützen.
